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13. Juni 2017

BE investiert in Busse und Bahn

Von Irene Schmidt – Nordhorn. Auch wenn der Gütertransport auf der Schiene und die Aktivitäten im Europark einen wirtschaftlichen Schwerpunkt der Bentheimer Eisenbahn bilden, so ist das Unternehmen wesentlich breiter aufgestellt, als der Name „Bahn“ verheißt. Einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung und die Pläne für das neue Jahr, gaben vergangene Woche Bahnchef Joachim Berends und Aufsichtsratsvorsitzender Paul Ricken (die GN berichteten). Mit Investitionen in Höhe von gut 4,6 Millionen Euro soll das Unternehmen zukunftsfähig erhalten werden. Der Eigenanteil des Unternehmens liegt abzüglich der Zuschüsse bei 2,3 Millionen Euro.

Die Schiene: Die Aufhebung von zehn Bahnübergängen im Bereich Brandlecht Hestrup und die Sicherung von drei Bahnübergängen mit Signalanlagen wird als Besonderheit des vergangenen Jahres verbucht. Diese Maßnahmen sichern laut Bahnvorstand Berends nicht nur die Gütertransporte auf der Schiene zusätzlich ab, sie bilden auch eine Voraussetzung für die Wiedereinführung des Schienenpersonennahverkehrs in der Grafschaft. Als nächstes steht neben Investitionen in Schienenstränge der Umbau der Bahnübergänge Nordhorn Vennweg, Neuenhaus Strootdiek und Emlichheim Mühlenstraße auf dem Programm.

Der Nordhorner Bahnhof soll im Jahr 2012 zur Baustelle werden. Der Förderbescheid des Landes liegt bereits vor. Im Rahmen des Umbaus verschwinden in Nordhorns Bahnhofsbereich Gleisanlagen und Lagerhallen. Die Bushaltestellen sollen in einer „Zentralen Omnibushaltestelle“ auf der Bahnhofsseite konzentriert werden. „Wir wollen eine neue Infrastruktur für die nächsten 40 bis 50 Jahre schaffen“, so Berends. Dazu gehöre auch der Umbau des alten Bahnhofsgebäudes. Der Bauantrag soll im Frühjahr der Stadt Nordhorn übergeben werden.

Die Eisenbahn-Werkstatt der BE wurde im Jahr 2011 vom Verband Privater Waggoneinsteller (VPI) und von DB Schenker Rail zertifiziert. Das heißt, dass dort in Zukunft sämtliche Waggons gewartet und repariert werden können. Aufgrund der grenznahen Lage erwartet die BE nach einer Anlaufphase, dass dieses Angebot gut angenommen wird. Ein Ausbau und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze werden angestrebt.

Die Kraftverkehr Emsland GmbH, die im Grafschafter Logistikzentrum an der Otto-Hahn-Straße in Nordhorn mit angesiedelt ist, wächst innerhalb der BE-Gruppe derzeit am stärksten. Der Umsatz konnte 2011 um 15 Prozent angehoben werden. Sämtliche Lagerplätze waren belegt, sodass eine Erweiterung der Hallen- und Umschlagkapazitäten ab 2012 geplant ist. Laut Vorstand braucht der Stückgutbereich eine neue Umschlaghalle. Von der VTL (Vernetzte Transport Logistik), einer Kooperation von 104 Stückgutspediteuren, wurde die Kraftverkehr Emsland mit einer Auszeichnung bedacht. Als neuer Kunde wurde die Salzgitter AG gewonnen. Per Schiene werden Stahlteile für die regionale Maschinenbauindustrie angeliefert und von Nordhorn aus per LKW weiter befördert.

Das Grafschafter Logistikzentrum (GLZ) umfasst inzwischen 7600 Quadratmeter. Der Erweiterungsbau an der Otto-Hahn-Straße mit gut 1500 Quadratmeter ist an das Unternehmen „Maximex“ vermietet, das überwiegend mit Waren aus Asien handelt und die Transportlogistik der Kraftfahrzeug Emsland nutzt. Täglich wird Ware auf Paletten in das Transportnetz der Kraftverkehr Emsland eingespeist.

Busverkehr: Für die Jahre 2013 bis 2021 hat die BE erneut die Konzession für den Linienverkehr in der Grafschaft erhalten. Die Wiedererteilung nach Auslaufen der Verträge (2013) erfolgte nach einem Genehmigungswettbewerb, der europaweit ausgeschrieben wurde. „Damit können wir mit gutem Gewissen Neuanschaffungen vornehmen“, kommentiert Joachim Berends den Verwaltungsakt. Zwei neue Busse mit niedrigem Einstieg werden noch in diesem Monat auf den Hauptlinien 100 und 200 eingesetzt. Sie zeichnen sich durch einen ungewöhnlichen Aufbau aus: vorne niedrig, hinten hoch. Dadurch liegt die gesamte Technik im hinteren Bereich und kann besser gewartet werden. Beide Busse sind mit „Euro-5-Motoren“ ausgestattet und erfüllen damit die höchsten Ansprüche beim Schadstoffausstoß.

Für die Schülerbeförderung hat die BE zwei Doppeldeckerbusse angeschafft. Eines der Fahrzeuge verkehrt bereits seit zwei Jahren, das zweite steht kurz vor dem Einsatz. Die Schüler lieben die großen Busse, mit denen wesentlich mehr Kinder auf Sitzplätzen zur Schule gefahren werden können.

Umweltverträglichkeit: 2012 will der gesamte Konzern sich den Richtlinien des „Carbon-Footprint“ unterwerfen. Über die CO2-Bilanz werden sämtliche Dienstleistungen und Produkte eines Unternehmens an ihrer Umweltfreundlichkeit gemessen. Ziel ist es, ab 2013 einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und zukünftig alle Investitionsentscheidungen dem Gebot zu unterstellen, Schadstoffe im Unternehmen zu minimieren.

Reisebüros: Das Reisebüro Berndt mit Sitzen in Nordhorn, Emlichheim und Gronau habe sich hervorragend entwickelt, berichteten Berends und Ricken. Durch die Modernisierungsmaßnahmen sei das Erscheinungsbild deutlich aufgewertet worden.